Nebenberufliches Studieren ermöglichen durch Videoaufzeichnung möglichst vieler VOs

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Situation

Nebenberuflich Studierende, junge Mütter sowie Leute ohne Wohnsitz in Universitätsnähe können nicht an allen Tagen der Woche in der Universität sein, um Vorlesungen anzuhören. Priorität haben Seminare und Übungen mit Anwesenheitspflicht. Zugunsten dieser werden Vorlesungen oft ausgelassen, für die Prüfung oft nur anhand von Skripten gelernt - obwohl ein solches das Hören der Vorlesung nicht ersetzen kann.

Solution

Man fragt sich, ob es nicht heutzutage die Regel sein sollte, Vorlesungen in digitaler Form festzuhalten um diese online für Studierende verfügbar zu machen. Ich bin seit 2012 Student - zuerst an der TU, nun an der Boku (nebenberuflich). Videoaufzeichnungen sind auf beiden Unis eher die Ausnahme. (Angesichts der technischen Möglichkeiten unserer Zeit für mich unverständlich)

In Zeiten überfüllter Hörsäle an sämtlichen Universitäten, verstopfter Verkehrswege und gedrängt voller Öffis zu den Stoßzeiten sowie des Mangels an für Studierende leistbaren Wohnmöglichkeiten in Universitätsnähe sehe ich für viele Probleme einen Lösungsansatz im vollständigen Angebot an digital verfügbaren Vorlesungsaufzeichnungen.

Solche ermöglichen vor allem nebenberuflich Studierenden ein schnelleres Vorankommen im Studium. Diese Studierenden sind in ihrer Zeiteinteilung sehr eingeschränkt und nutzen die für das Studium begrenzt verfügbare Zeit bevorzugt zum Besuch von Seminaren und Übungen mit Anwesenheitspflicht. Die VOs müssen leider oft ausgelassen werden. Auch die Entfernung zwischen Wohnsitz und Universität kann für viele Studierende ein Hindernis darstellen. Nicht jeder kann oder will sich einen (Zweit-)Wohnsitz in Universitätsnähe leisten. Junge Mütter können nicht jeden Tag an der Universität verbringen. Auch ihnen würde ein Studium ermöglicht bzw. erleichtert werden. Schlussendlich wäre auch jenen Studierenden geholfen, die beispielsweise wegen Krankheit die eine oder andere Vorlesung verpassen.

Online verfügbare Vorlesungsaufzeichnungen ermöglichen ALLEN ein Vorankommen im Studium.

HochschülerInnenschaft an der Universität für Bodenkultur Wien
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Created by  Viktoria Eiböck 2 years ago

Contributions

Julia Buchebner
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a year ago

Brainstorming: Gibt es Ideen hier in der Runde wie man Lehrende verstärkt dazu anregen kann, ihre VOs aufzuzeichnen? Was könnte man anbieten, wie könnte man es attraktiver machen? LG Julia

Katharina Heschl
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2 years ago

Finde die Idee auch super! Gehört unbedingt unterstützt. Ich könnte mir vorstellen manche Vortragende sehen es so, dass durch die Aufzeichnung weniger Studenten an die Unis kommen. Ich persönlich glaube das aber nicht. Diejenigen die gerne VO gehen, gehen auch dann noch wenn es eine Aufzeichnung gibt, da es auch um das soziale Miteinander geht.

Julia Buchebner
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2 years ago

Hallo zusammen! Ja es wäre interessant zu wissen, wo denn das Haupthindernis liegt, dass Lehrende ihre LVAs nicht aufzeichnen lassen? Gibt es dazu Stimmungsbilder oder Erfahrungswerte? Wenn man das Problem benennen kann (zB zu wenig bekannt, zu umständlich, zu wenig nachgefragt, etc...) lassen sich vlt. auch gezieltere Lösungsansätze finden. LG, Julia Buchebner

Claus Rainer Michalek
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Liebe Viktoria!

Auch ich gratuliere zur Nominierung für den Nachhaltigkeitspreis! Wie bereits vom ÖH-Vorsitz angemerkt liegt das Problem nicht an den technischen Möglichkeiten (es gibt derzeit elf fix in den Hörsälen an drei Standorten installierte Systeme und drei mobile), sondern an der Akzeptanz der Vortragenden. Wenn es Lösungsansätze dafür gebe, wie noch mehr Lehrende gewonnen werden könnten, wäre uns allen viel geholfen.

Liebe Grüße Claus

Viktoria Eiböck
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2 years ago

Ich freue mich sehr über so viel Feedback und die Nominierung für den Nachhaltigkeitspreis. (Wobei ich es übertrieben finde, allein für das Niederschreiben dieser Idee, die ohnehin in vielen Köpfen herumgeistert, nominiert zu werden.)
@Vorsitz ÖH: Die Frage ist, wie diese Idee umgesetzt werden kann. Es gibt ja bereits einige Vorzeige-VOs wie zB. Botanik(wie Mathias bereits erwähnt hat). Was ist der Grund, dass die wenigsten Lehrenden ihre Vorlesungen aufnehmen (lassen)? Ist es zu aufwändig? Geht es ums Prinzip, dass Studierende anwesend sein sollen?
@Mathias Auer: Danke für deinen Beitrag. Ich musste den Begriff MOOC zwar erst googeln, aber er trifft genau meine Vorstellungen, wie ein modernes Studieren aussehen könnte/sollte.
@Daniel Terek: Entschuldige, ich habe neben den Müttern vergessen, auch die Väter zu erwähnen.

Julia Buchebner
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2 years ago

Diese Idee wurde für den BOKU Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Ideen für die Zukunft" nomiert! Herzlichen Glückwunsch :) !! Bitte bei der Preisverleihung am 4. Mai bei der Abendveranstaltung des BOKU Nachhaltigkeitstages ab 18:00 Uhr in der Augasse anwesend sein! Weitere Infos im Posteingang ;) Liebe Grüße, Julia Buchebner

Vorsitz Öh
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2 years ago

Liebe Viktoria!

Wir (ÖH Vorsitzteam) haben das Thema schon mehrmals mit der Vizerektorin für Lehre besprochen. Die Entscheidung eine Aufzeichnung anzubieten liegt immer beim Lehrenden.

Für die Aufzeichnungen gibt es Hörsäle mit eingebauter Aufnahmetechnik. Die BOKU hat auch ein eigenes Multimediateam für die Aufzeichnungen. Derzeit liegt es an den Studierenden die Aufzeichnung zu fordern.

LG, Marc

Mathias Auer
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2 years ago

Den Punkt hab ich mir auch schonmal notiert (sollte ich im Mai für die Stuv gewählt werden :) ). Meine Idee in diese Richtung wäre als erste Uni in Wien LVs auch als MOOCs anzubieten und als erste Uni Österreichs erste vereinzelte MOOCs dann bei Abschluss einer Präsenzprüfung ECTS-wertig zu machen. (gibts in Deutschland auch erst ganz vereinzelt bei iversity, ist aber die Zukunft).

Mit unserem Moodle und den Gastzugängen hätte man hier ja eine bodenständige Plattform, auch wenn die einer graphischen Auffrischung bedürfte. Wenn man, wie einige Profs, die Möglichkeiten auch nutzt (bestes Bsp ist wahrscheinlich Statistik oder Botanik) kann man hier alles an Wissen zentral zusammenführen.

Einige VOs wie Statistik, Physik, Chemie ändern sich ja auch nicht wesentlich über die Jahre, hier könnte man dann soweit gehen, dass das einmal sauber aufgezeichnet werden würde und dann jeder individuell lernt und es nur noch wochenweise öffentliche Sprechstunden gibt, bei denen ungeklärte Fragen von den Studis in einer Classroom Experience (wie Tutorien) geklärt werden würden. Wenn man sieht wie viele Hörer im Saal auch wirklich teilnehmen und nicht irgendwas anderes machen, wäre ein weiteres plus für Aufzeichnungen. Dass würde die Hörsaalbewirtschaftung auch enorm erleichtern. Wir pendeln bspw. 2 Tage die Woche zwischen Exner und Muth aus Platzmangel, was nicht nur ermüdend, sondern auch alles andere als nachhaltig ist.

Für die Gastzugänge könnte man die Skripten nicht öffentlich stellen sondern mit Paymentanbindung ein paar Euro verlangen, das ist bei MOOCs wie auf coursera, udemy, etc gang und gäbe (meist 2-5€/Kursunterlagen), dass bietet nicht nur einen, teilweise beträchtlichen, finanziellen Anreiz für die Vortragenden sondern auch eine gewisse Bindung der "freien Studenten" die dann auch beim Kurs dabeibleiben.

Ich mache ständig MOOCs parallel zum Studium und bin total überzeugt davon. Es förderd mein Englisch enorm, die Professoren liefern enorm hochwertigen Content, fördern das out-of-the-box-thinking indem sie selbst zu erarbeitende Aufgaben stellen, die meist über Internetrecherche und Aneignung neuem Wissens zu lösen sind, es gibt immer Online-Zwischentests und man bleibt on track.

PS: Die meisten Professoren zeichnen ihre Vorträge als Studio-Experience auf, d.h. ohne Studenten. Grund sind vereinzelte Vorfälle an Unis bei denen Studenten die im Unterricht geschlafen haben oder ähnlich negativ aufgefallen sind die Professoren auf Schadenersatz klagten. Studio-Exp. ist auch immer viel komprimierter vom Stoff (gleicher Inhalt aber der Prof braucht meist nur 50% der Vortragszeit weil er nicht abgelenkt ist.)

PPS: Viele Studierende, und ich gehöre auf jeden Fall dazu, würden LVs und Prüfungen auch lieber als Modulbauweise, als als parallel gehaltene LVs absolvieren. Also 3 Wochen Materialkunde - Prüfung -> 2 Wochen Baubetriebslehre - Prüfung,.. so bleibt man viel konzentrierter auf die LV. Wie auch immer, das wäre Zukunftsbildungspolitik.

Yours,

Mathias Auer

Daniel Terek
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2 years ago

Ich finde die Idee großartig. Es gibt ja bereits Vorlesungen die mitgeschnitten wurden, leider sind das aber einzelne Ausnahmen.

Ich bin selbst berufstätig und habe 2 Kinder und weiß wie knapp Zeit sein kann.

LG